Kurzandacht zum Monatsspruch Mai 2026

Liebe Mitchristen,

jetzt im Mai hat unser Namenspatron Paul Gerhardt seinen 350. Todestag. Zur Zeit des 30jährigen Krieges hat er viel Leid erlebt, seine Frau und vier seiner fünf Kinder begraben müssen und immer wieder wegen Glaubensstreitigkeiten die Pfarrstelle verloren. Aber er hatte Hoffnung, die sich vor allem in seinen vielen Liedern ausdrückt, von denen immer noch 29 in unserem Gesangbuch stehen.

Auch wir leben momentan in schwierigen und spannungsgeladenen Zeiten oder erleben persönliche Schicksalsschläge. Was gibt uns Hoffnung, Hoffnung für die Seele?

Der Hebräerbrief vergleicht die Hoffnung mit einem Anker. Ein schönes, ein starkes Bild. Der Anker ist nicht sichtbar, weil er unter der Wasseroberfläche liegt, aber seine Wirkung ist spürbar. So ist auch unsere Hoffnung auf Jesus Christus: unsichtbar, aber tragend. Sie hält uns fest, wenn alles andere ins Wanken kommt.

Die Hoffnung, von der hier die Rede ist, gründet sich auf Gottes Treue. Sie ist fest verankert in dem, was Gott zugesagt hat, gegründet in Jesus Christus, dem Auferstandenen, selbst.

Wir dürfen hoffen, auch wenn wir nichts sehen. Wir dürfen vertrauen, auch wenn wir zweifeln. Diese Hoffnung trägt uns durch Leid, durch Unsicherheit und Dunkelheit. Sie ist nicht fromme Weltflucht, sondern Kraftquelle, die uns hält. Vertrauen wir auf Gottes Wege und seine Liebe und erinnern wir uns immer wieder daran, dass unsere Seele einen Anker hat, einen sicheren, festen Anker. Und dieser Anker heißt Jesus Christus.

Bleiben wir „guter Hoffnung“ und geben wir anderen Menschen Hoffnung, so, wie es Paul Gerhardt getan hat: „Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“  (EG 361)

Alexander Schöttl