Unsere Kirche

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Schauen Sie sich um und erfahren Sie mehr über unsere Kirche und die Gebäude.

Die Geschichte der Paul-Gerhardt-Kirche

Die große Renovierung von 2011 – 2014

Festschrift zum 50jährigem Jubiläum der Paul-Gerhardt-Kirche in 2006

Kirchengrundstück

Der Grundgedanke von Ludwigs Entwurf besteht darin, das Grundstück durch eine Randbebauung an der Nordseite abzugrenzen und durch den zu dieser senkrecht stehenden Kirchenkörper in zwei ungleiche Grünflächen – den kleineren Pfarrgarten und den größeren Gemeindepark – zu unterteilen. Das Äußere der Anlage profitiert sehr von seiner städtebaulich hervorragenden Lage inmitten eines weiten, parkähnlichen Grundstücks mit altem Baumbestand. Vor der Kirche entstand zwischen den beiden Pfarrhäusern ein größerer umschlossener Vorhof, der auf das Betreten des Gotteshauses einstimmen soll.

Neben dem trutzig-burghaft wirkenden Kirchenbau (36×17×17 Meter) mit seinem dynamischen Faltdach, unter dem sich ein Fries von acht Bogenfenstern hinzieht, erhebt sich an der Ostseite der schlanke, mit seiner Pyramidenspitze 35 Meter hohe Campanile. Er ist durch eine Brücke mit der Kirche verbunden. Als Verlängerung des westlich gelegenen Sakristeitraktes ist das ursprünglich nicht an dieser Stelle vorgesehene Gemeindehaus angebaut, das in gleicher Form wie die beiden Pfarrhäuser gestaltet ist.

Die Kirche selbst wird über eine, in dem bereits erwähnten, atriumähnlichen Hof an der Nordseite befindliche, große Freitreppe betreten. Peter Hartl gestaltete das zweiflügelige Kupferportal des asymmetrisch gelegenen Eingangs. Auf dem linken Flügel ist Christus als Steuermann eines Bootes dargestellt, in dem die Paul-Gerhardt-Kirche steht. Als einzige Stelle in der Kirche nimmt der rechte Flügel Bezug auf den Namenspatron. Die Sonne erinnert mit dem Christusmonogramm an den Paul-Gerhardt-Vers „Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist was im Himmel ist“.

Ausstattung

Triumphkreuz
Triumphkreuz

Der Ziel- und Fixpunkt des Gotteshauses ist das große, knapp fünf Meter hohe silberne Triumphkreuz von Robert Lippl an der Altarwand, das – alles überragend – den Ostersieg Jesu verkündet. Auf 23 kreisförmigen Feldern sind verschiedene christliche Symbole (Kreuz, Stern, Kelch mit Kornähren, Weintrauben, Dreieck der Trinität, Fisch) angeordnet, im Schnittpunkt befindet sich das IHS-Zeichen, das Jesusmonogramm.

Altar
Altar in der Kirche

In seiner Mitte steht der Altar auf einem eigenen zweistufigen Unterbau. Wie die Kanzel und der Taufstein besteht er aus Jurakalkstein und ist mit Bildhauerarbeiten von Robert Lippl geschmückt. Der Altar stellt symbolisch die Verbindung vom Alten zum Neuen Testament her. Über dem mit Weintrauben und Ähren verzierten Opferblock des Alten steht auf vier Füßen der fast drei Meter breite Abendmahlstisch des Neuen Bundes. Die zwölf filigranen Kerzenleuchter, die an die zwölf Apostel erinnern, und das provozierend abstrakt wirkende Altarkruzifix wurden von Herbert Altmann aus Schmiedeeisen angefertigt. Gewissermaßen als Gegengewicht zum großen Triumphkreuz darüber soll hier in Augenhöhe die Darstellung des Gekreuzigten auf die Verlorenheit der Welt und den Ernst des Erlösungswerkes Jesu Christi hinweisen.

Taufstein

Der zwölfeckige Taufstein erhielt seine Schale und den Kupferdeckel 1958 durch Peter Hartl. Die in die silberne Schale eingravierten drei Fische im Netz verweisen auf die Trinität.

OsterkerzenleuchterOsterkerzenleuchter mit Osterkerze von 2021

Hinter dem Taufstein steht der große Osterkerzenleuchter mit der Heilig-Geist-Taube, den Hermann Kaspar in Zusammenarbeit mit Ludwig 1978 entworfen hat.

Kanzel
Kanzel

Die leicht schräg stehende Kanzel wiederholt in ihrem Grundriss das Sechseck der Säulen. Über den Füßen sind nach alter Tradition die Symbole (nach Hesekiel 1 und Offenbarung 4) der vier Evangelisten Matthäus (Mensch), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler) angebracht.

Wandteppiche
Wandteppiche Ostern Pfingsten

1981 schufen die in der Gemeinde lebenden Künstler Gisela Fichtner und Raimund Haas die beiden Wandteppiche „Ostern“ (links) und „Pfingsten“ (rechts) neben dem Kreuz. Ihr Format wurde bewusst als optische Verlängerung der Kreuzesarme gewählt und die Hintergrundfarbe des Stoffs auf die Ziegel und Fugen abgestimmt.

Passionsbilder
Passionsbilder


Im Besitz der Gemeinde befinden sich außerdem noch vier Passionsbilder von Walter Habdank (1967), auf denen das letzte Abendmahl, die schlafenden Jünger im Garten Gethsemane, die Verleugnung des Petrus und die Kreuzigung zu sehen sind. Die quadratischen Bilder werden in der Passionszeit zu Füßen des Kreuzes aufgehängt.

Schöpfungsfisch
christlicher Fisch

Von der Künstlerin Yeun Hi Kim kam 1997 der bunte Schöpfungsfisch, der an der Westwand des Kirchenschiffes hängt. Dieses Kunstwerk macht deutlich: Die Natur ist überaus wichtig – für Gott selbst. Und für uns als sein Volk.

Gelb: Dritter Schöpfungstag, Erde und Wasser
Blau: Vierter Schöpfungstag, Mond und Sterne
Grün: Fünfter Schöpfungstag, Fisch und Vogel
Rot: Sechster Schöpfungstag, Rot als Farbe des Blutes der Lebewesen


Glocken

Im Campanile hängt ein fünfstimmiges Geläut. Zunächst kamen 1956 drei Glocken (2, 3, 5) aus „Euphon“ (zinnfreie Bronze) auf den Turm, im Jahre 1959 folgten zwei weitere Glocken (1, 4) aus Glockenbronze. Alle Glocken wurden von Karl Czudnochowsky in Erding gegossen. Die von Friedrich Högner festgelegte Tonfolge ist auf das Geläut der benachbarten Kirche St. Ulrich (gis1–h1–cis2) abgestimmt. Zusammen mit sechs weiteren fünfstimmigen evangelischen Geläuten in München (Dankeskirche, Evangeliumskirche, Heilig-Geist-Kirche, Himmelfahrtskirche Sendling, Stephanuskirche und St. Markus – wer mag, kann auch noch das „ökumenische“ Geläute der Sophienkirche in Riem dazuzählen) bilden sie – nach der Anzahl der Glocken, nicht nach der Größe und dem Gewicht – das zweitgrößte evangelische Geläute in München (nach St. Matthäus am Sendlinger Tor mit 7 Glocken).

Wegen enormer Turmschwankungen wurde das Geläut 1992 von der Firma Bachert saniert, mit neuen Holzjochen, Klöppeln und elektronischen Läutemaschinen versehen. 1997 erhielten die Joche der drei großen Glocken Obergewichte und alle fünf Glocken Gegengewichtsklöppel.

Nr. Name (Funktion) Gussjahr Gießer Ø (mm) Gewicht (kg) Nominal (16tel) Inschrift (Übersetzung)
1 Martin Luther
(Pfarrglocke)
1959 Karl Czudnochowsky 1190 930 e1 +2 „Ein feste Burg ist unser Gott.“
2 Paul Gerhardt
(Betglocke)
1956 Karl Czudnochowsky 1090 657 fis1 ±0 „Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken. Seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund.“
3 Joh. Seb. Bach
(Mittagsglocke)
1956 Karl Czudnochowsky 925 394 a1 +2 „Soli Deo Gloria.“ (Gott allein die Ehre.)
4 Wilhelm Löhe
(Diakonieglocke)
1959 Karl Czudnochowsky 788 298 h1 +2 „Dienen will ich.“
5 Heinrich Schütz
(Taufglocke)
1956 Karl Czudnochowsky 720 187 cis2 +2 „Ehre sei dir, Christe.“

Audioaufnahme vom Geläut

Läuteordnung

Samstags um 15 Uhr wird der Sonntag eingeläutet. Zu den Sonntagsgottesdiensten gibt es ein Vorläuten jeweils 30 Minuten vor Beginn. Fünf Minuten vorher erklingt das Zusammenläuten wie am Tag zuvor zum Einläuten um 15 Uhr. Dabei variieren je nach Kirchenjahreszeit und Festgrad die Anzahl und/oder die musikalischen Zusammenstellungen (Motive) der Glocken. Jede der Glocken läutet zu bestimmten Anlässen solistisch:

  • Glocke 5: Während der Taufhandlung im Hauptgottesdienst
  • Glocke 4: Donnerstags nach dem Abendläuten (Gedächtnis an das Ölberggebet Jesu), freitags um 15 Uhr zur Sterbestunde Jesu am Kreuz
  • Glocke 3: Mittagsläuten um 12 Uhr, Vorläuten zu Werktagsgottesdiensten (30 Minuten vor Beginn)
  • Glocke 2: Frühläuten um 7 Uhr, Abendläuten um 20 Uhr, während des Vaterunsers/der Einsetzungsworte, zum Pastoralgebet, Vorläuten an Sonntagen (30 Minuten vor Beginn)
  • Glocke 1: Vorläuten an Festtagen (30 Minuten vor Beginn), Festtags nach dem Abendläuten (Festtagsausläuten)

Zwölfuhrläuten auf BR Heimat

München (D) Die Glocken der evang. - luth. Paul Gerhardt Kirche in Laim

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OrgelOrgel

Der Blick vom Kirchenschiff zurück zur Empore wird beherrscht von der großen Orgel, die von Gerhard Schmid in Kaufbeuren nach der Disposition des damaligen Landeskirchenmusikdirektors Friedrich Högner gebaut und am 8. Juni 1969 eingeweiht wurde. Sie löste die Steinmeyer-Orgel von 1925 aus der alten Kirche ab. Auf Grund der enormen Tiefe der Empore mussten die Werke aus akustischen Gründen aufgeteilt werden: Haupt- und Brustwerk an der Rückwand, Rückpositiv und die beiden Pedaltürme an der Brüstung. Dies führte zu einer eindrucksvollen und sicher einmaligen Prospektgestaltung, die trotz der Dimension des Werkes nicht erdrückend wirkt, sondern sich harmonisch in die Gesamtarchitektur der Kirche einfügt. Die elektro-mechanische Orgel umfasst 43 klingende Register auf vier Manualen und Pedal sowie vier freie Kombinationen, die von einem fahrbaren Registerpult aus bedient werden können.

Quelle: Wikipedia