Der Hacker – eine Institution in Laim
Bei Lesen in Laim denken sicher viele unwillkürlich an Bücher Hacker. Der inzwischen einzige Buchladen im Stadtteil wurde 1946 von Siegfried Hacker als Geschäft für religiöse Literatur gegründet und vergrößerte sich im Lauf der Jahre auf bis zu drei Läden und Pavillon an der Ecke Fürstenrieder-/ Valpichlerstraße.

Die durchs Internet veränderten Leseund Einkaufsgewohnheiten führten letztlich zur Reduzierung wieder auf nur ein Geschäft, das – nach verschiedenen Besitzern – inzwischen zur Biazza-Gruppe gehört, die noch neun weitere Läden außerhalb Münchens betreibt. Der Name jedoch blieb über die Jahrzehnte hinweg unverändert – so wurde der Hacker zu einer Institution in Laim und darüber hinaus.
Bei Bücher Hacker gibt es im stilvollen Ambiente nicht nur gut 6.000 Bücher zu kaufen, sondern auch Kalender, Deko- und Geschenkartikel, Spiele, Gruß- und Glückwunschkarten und – nicht zu vergessen: Eintrittskarten zu den Konzerten des Paul-Gerhardt-Chores. Darüber hinaus werden regelmäßig Lesungen angeboten, die regen Zuspruch haben.
»Am besten gehen Romane und Krimis, aber auch Kinderbücher« sagt Filialleiterin Silke Horn. Und am meisten freut es sie und die anderen fünf Angestellten, wenn die oft seit Jahrzehnten treuen Kunden im Internet nach Büchern suchen und dann bei ihr im Laden bestellen. »Die Laimer sind einfach toll.«
Alexander Schöttl
Mehr Infos unter:
www.buecherhacker.de
Es wird gelesen – auch dank der Stadtbibliothek Laim
Beim Thema Lesen in Laim steht die Stadtbibliothek Laim natürlich mit an vorderster Front. Seit 1987 ist sie auf zwei Stockwerken in den hellen, großzügigen Räumlichkeiten in der Fürstenrieder Straße 53 untergebracht. Wann immer das Wetter es zulässt, lädt ein Lesegarten zum Schmökern oder zu einer entspannten kleinen Auszeit bei einer Tasse Kaffee aus dem Getränkeautomaten ein.

Das Interesse am Lesen und am Buch ist allen Unkenrufen zum Trotz ungebrochen – und gerade im Zeitalter von Internet und Social Media haben Bibliotheken eine wichtige Funktion: Als Lotsen in einem immer unübersichtlicheren Informations-Dschungel bieten sie ein breites, sorgfältig kuratiertes Medienangebot und professionelle Information und Beratung. Neben dem klassischen Angebot vor Ort, rund 40.000 Medien in der Laimer Bibliothek, kommt dabei auch dem digitalen Medienangebot und seiner Vermittlung eine immer größere Bedeutung zu: eBooks, eHörbücher und ePapers, aber auch Online-Nach-schlagewerke und sorgfältig kuratierte Streaming-Angebote werden von den Menschen im Stadtviertel intensiv genutzt.
Ein breites Veranstaltungsangebot für Kinder und Jugendliche – vom Lesestart für die Kleinsten über Bilder-BuchZeit und Schulklassen-Programmen bis zum Angebot Fake News für Jugendliche – verbindet Spaß mit Information. Das Ziel: eine ebenso begeisterte wie kritische neue Generation von Leserinnen und Lesern.
Eine immer wichtigere Funktion haben Bibliotheken auch als Orte der Begegnung und der gesellschaftlichen Teilhabe: Über 170.000 Besuche hat die Stadtbibliothek Laim im vergangenen Jahr gezählt. Gerade hier in der Großstadt mit einem oft beengten häuslichen Umfeld nutzen viele die Bibliothek als einen Ort, um allein oder in Gruppen zu lernen oder zu arbeiten; andere, gerade ältere Menschen, nutzen das Angebot an PC-Plätzen mit vielseitiger Software und kostenlosem Internet; wieder andere blättern entspannt in den ausliegenden Zeitungen und Zeitschriften oder lassen die Exponate der wechselnden Kunst- und Fotoausstellungen auf sich wirken.
Gut zu wissen: Die Nutzung aller Angebote vor Ort ist kostenlos. Wenn Sie Medien ausleihen oder digitale Angebote nutzen möchten, stellt Ihnen das Team gerne einen Bibliotheksausweis aus – er kostet 20 Euro im Jahr, bei Ermäßigung die Hälfte; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er kostenlos.
Kennen Sie uns schon? Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Sandra Wittl & Stefanie Zech
https://www.muenchner-stadtbibliothek.de/stadtbibliothek-laim
Tag und Nacht geöffnet: Der Bücherschrank

Auf dem Laimer Anger gibt es seit 2018 – wie in vielen anderen Münchner Stadtteilen auch – einen öffentlichen Bücherschrank. Hier kann man unkompliziert gelesene Bücher einstellen, mitnehmen oder auch wieder zurückbringen – das Angebot wird somit von selbst laufend aktualisiert – auch guterhaltene Bibeln können übrigens so ein neues Zuhause bekommen …
Wie groß die Nachfrage ist, zeigt sich daran, dass zu fast jeder Tages- und Nachtzeit Interessierte davor beim Stöbern anzutreffen sind. Eine Bank und – ab diesem Sommer – ein Trinkwasserbrunnen laden zum Bleiben und Probelesen ein.
Der Bücherschrank ist eine Einrichtung des Laimer Bezirksausschusses und wird von einem ehrenamtlichen Team betreut, kontrolliert und in Ordnung gehalten.
Alexander Schöttl
Infos unter bs-laim@gmx.de
Es gibt ihn noch – den Zeitungskiosk
Laut Internet-Lexikon Wikipedia stammt das Wort Kiosk aus dem Persischen (kūšk), kam dann über das französische Wort Kiosque nach Deutschland und bezeichnete ursprünglich einen freiste-henden, offenen Gartenpavillon, ab dem 19. Jahrhundert dann eine Verkaufsstelle in öffentlichen Parks. Der erste Zeitungskiosk wurde 1905 in Berlin errichtet.

In der Stadt finden sich die Kioske hauptsächlich an Bahnhöfen und Haltestellen. Je nach Größe gibt es dort Getränke, Süßigkeiten, Zigaretten, Fahrkarten, manchmal auch Kaffee und Brotzeit – und natürlich jede Menge Lesestoff: von der Tageszeitung über Fernsehzeitschriften bis zu Illustrierten, vom Comicheft über Liebesromane bis zum Taschenbuch-Krimi und von der Fachzeitschrift bis zum Erotikheft. Die Vielfalt ist schier unerschöpflich und der Lesehunger nach wie vor ungebrochen.
Vielleicht haben Sie auch Ihren Stammkiosk, wo man Sie mit Namen kennt oder Sie machen sich mal auf die Suche nach den Kiosken in Laim?
Übrigens: Der einzige tatsächlich freistehende Kiosk in Laim an der Ecke Fürstenrieder-/Agnes-Bernauer-Straße wurde vor wenigen Wochen zugunsten des Trambahnbaus abgebrochen.
Alexander Schöttl
Artikel aus dem Gemeindebrief Sommer 2025, dort finden Sie auch weitere Artikel zu dem Thema.
